Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde
Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde

Landesweites, freiwilliges Benchmarking in der Brandenburger Wasserwirtschaft erfolgreich abgeschlossen


Vortrag vom Verbandsvorsteher Herrn Hein

„Ein großer Dank gilt den Mitgliedern des Lenkungskreises für die stets gute, kooperative und konstruktive Zusammenarbeit, die immer auf „Augenhöhe“ erfolgte. Durch die übergreifende Zusammenarbeit der Verbände wurde auch deutlich, dass bei dem ersten landesweiten Kennzahlenvergleich in Brandenburg keine Verbandsinteressen, sondern die Wasserwirtschaft im Vordergrund stand.“ Mit diesen Worten beendete Verbandsvorsteher Dipl.-Ing. Wolfgang Hein vom Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde seinen Vortrag anlässlich der Abschlussveranstaltung in Potsdam. Nach nur 9 Monaten legte am 25. Oktober 2010 die brandenburgische Benchmarkinginitiative der Wasserwirtschaft ihren öffentlichen Abschlussbericht vor.

Die strukturellen Unterschiede in der Brandenburger Wasserwirtschaft zeigen sich besonders klar in den Kennzahlen zur Wirtschaftlichkeit. Das wird in einem Kennzahlenvergleich deutlich, dem sich 56 Aufgabenträger in der Wasserversorgung und 64 Aufgabenträger in der Abwasserbeseitigung freiwillig gestellt haben. Die mit der Projektdurchführung beauftragte confideon Unternehmensberatung GmbH nahm dabei zudem auch die Bereiche Sicherheit, Qualität, Kundenservice und Nachhaltigkeit unter die Lupe. Die Analysten von confideon stellten fest, dass bei der Trinkwasserversorgung nominal die jährlichen Belastungen je versorgtem Einwohner zwischen ca. 76 und 121 liegen. Sie weisen damit insgesamt ein relativ niedriges Niveau und eine geringe Schwankungsbreite auf. Alle Trinkwasserunternehmen gewährleisten eine außerordentlich hohe Versorgungssicherheit.
Im Abwasserbereich gibt es in den Anschlussgraden an die zentrale Abwasserentsorgung eine große Spannweite zwischen 60 bis knapp 100 Prozent. Dies wirkt sich selbstverständlich auf die Kostenstruktur aus. Durch die Verallgemeinerung der Erfahrungen der Unternehmen sollen Kosten dämpfende Effekte erzielt werden. Frohe Botschaft: Aufgrund des geringen Alters der meisten Kanalnetze ist der durchschnittliche Sanierungsbedarf der brandenburgischen Kanäle mit 2,1 Prozent sehr gering und liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 8,8 Prozent. Die Kennzahlenanalyse lässt bei den Kläranlagen erhebliche Reserven zur Eigenenergiegewinnung erkennen. Ihre langfristige Erschließung wird sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaftlichkeit bei den Abwasserentsorgern dienen. Die an dem freiwilligen Kennzahlenvergleich beteiligten Unternehmen sind Dienstleister für 1,95 Millionen Einwohner. Das sind rund 77 Prozent der gesamten Bevölkerung Brandenburgs. Zu den Initiatoren des Benchmarkings gehören neben den drei KOWABs auch der Landeswasserverbandstag sowie die Landesgruppen Berlin/Brandenburg der großen Branchenverbände BDEW, DVGW, DWA und VKU. Verglichen wurden alle Phasen der Trinkwassergewinnung,-aufbereitung,-speicherung und -verteilung sowie der Aufbereitung und Rückführung der gereinigten Abwässer in die Natur. Die Analysen wurden äußerst detailliert geführt - von der Ressourcenherkunft, z. B.aus Grundwasser, über den Energieverbrauch, die Substanzerhaltung, Vergleiche von Kosten und Erlösen bis zur notwendigen Qualifikation der Mitarbeiter. Neben Sicherheit, Qualität und Kundenservice wurden auch die Elemente nachhaltigen Wirtschaften geprüft.
Als „erstes Etappenziel“ bezeichnete Umweltstaatssekretär Dr. Daniel Rühmkorf die vorgestellten Ergebnisse. „Brandenburg hat eine qualitativ hochwertige Wasserversorgung und ist vergleichsweise kostengünstig für die Bevölkerung“, so Rühmkorf. (Presseinformation Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz)
„Wir haben uns ja hier alle aus freien Stücken beteiligt, mit dem Vorsatz, unsere Leistungen als kommunale Wasserver- und Abwasserentsorger für die Bürger zu verbessern", erklärte Ilona Driesner, Vorstandsvorsitzende der KOWAB-Süd und Geschäftsführerin des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Jüterbog-Fläming, vor der Presse. Dem diene die eigene, ehrliche Standortbestimmung.
„Die Vergleiche in Benchmarkingprojekten - z. B. beim Service, bei der Nachhaltigkeit und den Kosten - und die sich daraus ergebenden Verbesserungen nutzen letztlich den Kunden ganz direkt", bekräftigte Henner Haferkorn, Vorstandsvorsitzender der KOWAB-Ost und Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, in diesem Zusammenhang.
Unter www.kennzahlen-bb.de finden Interessenten weitere Informationen.

 

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