Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde
Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde

Nachdenken über die Nutzung des Wassers

Wasser ist auf der Erde reichlich vorhanden, jedoch höchst ungleich verteilt

Der Mensch ist auf ausreichend Wasser angewiesen – und hier sind die zwei bis drei Liter, die wir täglich zum Trinken und Kochen benötigen, noch das Wenigste. Etwa 70 Prozent des weltweit entnommenen Süßwassers verbraucht die Landwirtschaft, hauptsächlich für die Bewässerung; etwa ein Fünftel fließt in die Industrie.

In den letzten hundert Jahren hat sich die Menge des Wassers, die von Menschen genutzt wird, versechsfacht. Dennoch wird weltweit nur ein Zehntel der erneuerbaren Wasservorräte angezapft. Doch das kostbare Nass ist eben höchst ungleich verteilt: Dünn besiedelte Landstriche wie Kanada oder das Amazonasbecken sind überreichlich damit gesegnet, in Nordafrika dagegen werden bereits heute 95 Prozent aller Wasser-Ressourcen genutzt.
Doch die Ungerechtigkeit der Natur ist keineswegs an allem Schuld – es mangelt vor allem am klugen und gerechten Umgang mit dem mancherorts so knappen Lebenselixier.

Zwar wurden während der neunziger Jahre etwa 15 Milliarden US-Dollar jährlich investiert, um Trinkwasserversorgung und Abwassersysteme in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern. Doch fast zwei Drittel davon kamen den Städten zugute, während mehr als 80 Prozent der Menschen, die unter Wassermangel leiden, in ländlichen Gebieten leben.
Es wird damit gerechnet, dass im Jahr 2020 in 50 Ländern ernster Wassermangel herrschen wird. Schon heute läuft jede auf dem Lande lebende Afrikanerin durchschnittlich sechs Kilometer am Tag, um Trinkwasser zu beschaffen.

Und nicht nur die Menge, auch die Qualität des Wassers lässt in vielen Ländern zu wünschen übrig: Mehr als eine Milliarde Menschen verfügt nicht über sicheres Trinkwasser, für zweieinhalb Milliarden gibt es keine hygienisch akzeptablen Abwassersysteme.
Die Folgen sind bitter: Fünf Millionen Menschen sterben jährlich an Verunreinigungen und Keimen im Trinkwasser, vor allem Kinder fallen den dadurch verursachten Durchfallerkrankungen zum Opfer.
»Ich kann wenig Glanz an einem Weltreich erkennen, das zwar die Wogen regieren, aber seine Abwässer nicht beseitigen kann«, soll der britische Staatsmann Winston Churchill bemerkt haben. Eine Kritik, die auch für die Weltgemeinschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts noch gilt – werden doch nur fünf Prozent aller Abwässer gereinigt.

Die Vereinten Nationen haben auf dem Millenniums-Gipfel im Herbst 2000 ehrgeizige Ziele formuliert: Bis zum Jahr 2015 soll sich die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben, von 18 Prozent der Weltbevölkerung auf 9 Prozent halbieren. Wohlgemerkt – nicht der ständig sprudelnde Wasserhahn im Haus ist damit gemeint, sondern eine Menge von 20 Litern pro Person und Tag im Umkreis von einem Kilometer. Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche verbraucht heute rund 130 Liter täglich, davon etwa fünf Liter als Trinkwasser und siebenmal so viel für die Toilettenspülung.

Zahlen zum Wasser