Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde
Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde

Energiegewinnung aus Abwasser

Erneuerbare Energien im ZWA

Kaum jemand weiß, dass aus Abwasser Bioenergie gewonnen wird und zwar soviel, dass damit in der Kläranlage Eberswalde mehr als zwei Drittel des gesamten Eigenenergiebedarfs gedeckt wird.

Kläranlagen sind mit einem mittleren Verbrauch von 35 Kilowattstunden pro Einwohner die größten kommunalen Energieverbraucher und daher liefert der Einsatz erneuerbarer Energien hier einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Was sind die Vorteile von Biogas?

Aus Biogas gewonnene Energie schont die fossilen Rohstoffreserven und schützt das Klima durch die Verminderung von Treibhausgasen.
Außerdem fällt Biogas kontinuierlich an, sodass es auch kontinuierlich verstromt werden kann und keine Lastschwankungen auftreten.

Die Biogas-Verwertungskette beginnt bei der Erzeugung des Klärgases in den Faultürmen, geht über die Speicherung in der Gasglocke hin zur Energieerzeugung in den beiden Blockheizkraftwerken (BHKW).

In den weithin sichtbaren Faultürme, wo in rund 3 Wochen Verweilzeit die Klärschlämme „ausfaulen“, entstehen als Abprodukt Klärgase mit einem Energiegehalt von etwa 60 kWh pro Jahr und angeschlossenem Einwohner. Vor 1990, als die Kläranlage noch nicht mit Faultürmen ausgestattet war,  entwich dieses Klärgas ungenutzt in die Atmosphäre. Heute wird daraus in den Blockheizkraftwerken Energie gewonnen.
Man spricht dabei von Kraft-Wärme-Kopplung, da gleichzeitig Wärme und Strom - also Kraft - erzeugt wird.

Schema Blockheizkraftwerk
Funktionsweise
eines BHKw

Das Klärgas wird im Blockheizkraftwerk in einem Gasmotor verbrannt, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die im Kühlwasser und in den Abgasen des Motors enthaltene Wärme wird für Heizzwecke genutzt. Das geschieht durch Erwärmung des Heizwassers in einem Wärmetauscher. 

Im Frühjahr 2015 wurde ein BHKW (Baujahr 2008) durch ein neues Aggregat ersetzt. Schon nach wenigen Betriebswochen ist erkennbar, dass der Wirkungsgrad von bisher 74% auf über 85% erhöht werden konnte. Der Strom wird in das Netz der Kläranlage eingespeist und die gewonnene Wärme dient der Beheizung der Faultürme und der Versorgung der Gebäude mit Warmwasser Heizwärme.

 

Die Fakten